Mobilus Mansion
über mich Horror in Literatur und Film Leseproben Spielfilme, Dokumentationen und mehr meine Fotoalben
Downloads Links zu interessanten Seiten was niemand gern preisgibt Gästebuch Spam zwecklos

Wächter

zurück zur Startseite

Nachfolgend eine Aufstellung wichtiger Autoren der Phantastik und des Horrors (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) mit Links zu ihren Einträgen bei Wikipedia in chronologischer Reihenfolge:
Horror, Phantastik, Mystery - immer noch  sehr merkwürdige Strömungen in belletristischer Literatur. Alte Schlösser und Landhäuser sind nach wie vor Schauplätze von Spuk und Geistererscheinungen. Alte Friedhöfe laden geradezu ein zu der Vorstellung von einem Ort, an dem sich die Toten des Nachts aus ihren Gräbern erheben. Wenn auch die Literatur der Phantastik inzwischen eine spürbare Portion Modernität erfahren hat, so sind es am Ende doch immer wieder die alten Archetypen, mit denen der Leser konfrontiert wird und von denen schon die alten Meister wie Edgar Allan Poe oder H. P. Lovecraft zu erzählen wussten. Lediglich die Ausdrucksweise der Geister und Dämonen wurde an die Moderne angepasst - sie entsteigen inzwischen oftmals der digitalen Welt und greifen den Protagonisten aus dem Handy, dem TV oder dem Computer an.
Edgar Allan Poe

Edgar Allan Poe
H. P. Lovecraft

H. P. Lovecraft
Doch letzten Endes sind es nach wie vor der klassische Vampir, das spukende Gespenst, der reißende Werwolf oder schlimmstenfalls der menschenfressende Zombie, mit dem es der Leser zu tun hat. Seit der Epoche der Romantik hat sich dies kaum geändert, und selbst die aus Clive Barkers Hellraiser bekannten Zenobiten sind, auf ihr Wesentlichstes beschränkt, auch nur die schon seit Jahrhunderten in der Literatur verwendeten seelenquälenden Dämonen. Nur die Gesichter haben sich verändert.
Herbert Railton - Hobgoblin Hall (1904)

Herbert Railton: Hobgoblin Hall (1904)

Die einzige wirkliche Neuerung, die das Genre jemals erfahren hat - nicht zuletzt durch die filmische Umsetzung - besteht in der mittlerweile nahezu schonungslosen Darstellung von Gewaltszenen, die in Extremfällen sogar zur Indizierung oder auch zur Beschlagnahme bestimmter Werke vorzüglich des Filmsektors führte. Ferner stellt sich der Horror oft mehr in einer stark überzeichneten Darstellung prinzipiell tatsächlich möglicher Situationen dar, wenn sich z. B. - wie im Film Saw - der Protagonist vor einem äußerst einfallsreichen und für ihn unsichtbaren Folterknecht ängstigt.
Der moderne Horrorfilm setzt daher mehr auf Schock- und Bluteffekte, um den Zuschauer durch die Beobachtung der Szenerie an die Grenzen des Erträglichen zu bringen. Es ist eine völlig andere Schiene, die von manchen dieser Regisseure gefahren wird: Hier ängstigt sich der Rezipient nicht vor Geistern oder Monstern aus anderen Welten, sondern vor Menschen, wie sie ihm tagtäglich begegnen. Es erzeugt für ihn einen Schrecken in der realen Welt, in der er lebt und leben muss, und es wird ihm klar, dass er von vergleichbarem Wahnsinn allzeit umgeben ist.
Doch auch derartige Szenarien fanden zuweilen in der klassischen Literatur schon statt. Als Beispiel seien hier Poes Grube und Pendel sowie Bram Stokers Der Todesfluch der Zwillinge genannt. Während bei Poe sich ein Opfer vor der Exekutive der Inquisition fürchtet, hat man es bei Stoker mit zwei wildgewordenen Jugendlichen zu tun, deren Hobby darin besteht, unschuldigen Kreaturen die Köpfe zu zerschmettern.
Gewalt war somit zwar immer ein Element (nicht nur) der Horror-Literatur, doch ihre Darstellung wurde mit der Zeit immer kompromissloser und reicht heute zuweilen bis hin zur Perversität, was ganz besonders bei gleichzeitiger Verwendung sexueller Inhalte zutrifft.
Das bisher Gesagte sollte jedoch keineswegs als Kritik aufgefasst werden. Es ist eigentlich völlig normal, dass ein Genre sich progressiv entwickelt, da alle Stagnation bekanntlich zur Vernichtung führt. Und wer sich angesichts der dargestellten Gewalt "berufen" fühlt, selbst dergestalt tätig zu werden, trug dieses Potential auch schon vorher mit sich herum. Es wird durch diese Art von Filmen, Literatur oder auch Computerspielen erst aktiviert, aber keineswegs erzeugt. Der Normalfall besteht eher in der umgekehrten Auffassung, dass die gezeigte Gewalt als Ventil zu sehen ist, also als gesunder Abbau von Aggressionen. Merkt man allerdings bei sich selbst, dass der innere Druck dadurch steigt, also das Ventil sich nicht öffnet, sollte man zugegebenermaßen auf solche Filme verzichten. So kann, was auf den ersten Blick krankhaft erscheint, durchaus auch heilsam sein. Es kommt eben auf den Einzelfall an und auf die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Dr. Jekyll & Mr. Hyde - ein Poster zu Stevensons bekannter Story
Dies ist reine Psychologie, und auch diese schlägt sich bereits in den Inhalten klassischer Gruselgeschichten nieder. Bekannt ist z. B. Robert Louis Stevensons Dr. Jekyll und Mr. Hyde. In dieser Geschichte gelingt es einem Arzt, mittels einer Substanz die dunklen Seiten seines Ichs physisch an die Oberfläche zu bringen. Und so verwandelt sich der gutmütige Dr. Jekyll mit der Zeit unkontrollierbar in den bösartigen Mr. Hyde.
Bram Stokers "Dracula"

Bram Stokers Dracula
Nosferatu

Max Schreck in Murnaus Nosferatu
Die gesamte Symbolik, welche die Dualität des Menschen ausdrücken soll, finden wir schon im Werwolfglauben der Antike. Der Mensch verwandelt sich unter bestimmten Voraussetzungen in eine Bestie. Doch dazu bedarf es in Wirklichkeit keiner Häßlichkeit oder Reißzähne.
Auch der Vampir geht auf einen sehr alten Glauben zurück, wenn auch Bram Stoker in seinem Erfolgsroman Dracula sehr viel zu den alten Legenden hinzudichtete. Schlussendlich handelt es sich bei dem berühmtesten Vampir aller Zeiten lediglich um ein Mitleid erregendes Wesen der Nacht, das auf ewig verflucht ist, Böses zu tun und dabei Liebe und Erlösung sucht. Es ist dabei interessant zu beobachten, wie die Bösartigkeit des Vampirs von Murnaus erster Verfilmung des Stoffs (Nosferatu 1922) bis hin zu Coppolas Dracula (1992) allmählich schwand - das böse Ungeheuer wurde immer menschlicher. Und wir?
Nun, wir haben im Laufe der Zeit dazugelernt, und vieles, was vor nicht allzu langer Zeit noch der Esoterik zuzuordnen war, hat Einzug gehalten in die Wissenschaften. Wir sind uns immer mehr unserer Dualität bewusst geworden und erkennen, dass die Dämonen, die wir fürchten, zumindest zum größten Teil in uns selbst liegen. Die Horrorgeschichten, die wir so lieben, wirken auf uns wie ein Bericht aus unserem tiefsten Innern. Und eben da sind wir wieder bei der schon weiter oben erwähnten Psychologie. Hier wird der Umgang mit scheinbar entsetzlicher Thematik zur Selbsterkenntnis: Das Monster lauert im Spiegel - man lernt es zu lieben, aber lässt es nur an der Leine heraus.

Wir Horror-Autoren sind keineswegs verrückt!
Wir sind lediglich die Journalisten unseres kollektiven Irrsinns...